Für Menschen, die durch langanhaltende, frühe Traumata geprägt wurden, stellt der Symptomkomplex eines k-PTBS eine Art innere Haltung oder Orientierung dar – eine Weise, sich selbst und die Welt zu deuten, die in der frühen Kindheit in einem Umfeld entstanden ist, in dem Wachsamkeit überlebensnotwendig war.
Kinder schreiben alle Versäumnisse ihrer Bezugspersonen und ihres Umfelds ganz natürlich sich selbst zu: Das hat zwar schwere Folgen, ist aber eine geniale Lösung. Kinder geben sich selbst die Schuld, um sich selbst vor unerträglichen inneren Schmerzen zu schützen. „Wenn alles meine Schuld ist (weil ich schlecht und falsch bin), kann ich mich wenigstens beim nächsten Mal mehr anstrengen. Dann werde ich vielleicht endlich geliebt.“ Sich selbst zu beschämen wird durch diese Dynamik zu einer tief verwurzelten Überlebensstrategie, die eine überlebensnotwendige Hoffnung auf die Liebe und Akzeptanz der Bezugspersonen am Leben aufrechterhält.
Mit welchen Symptome leben Betroffene vom k-PTBS?
Chronisches „People Pleasing“ – der zwanghafte Versuch, anderen Menschen zu gefallen und deren Bedürfnissen Vorrang zu gewähren. Der Versuch, nach außen hin zu beweisen, dass „ich gut bin“, offenbart eine tief verwurzelte emotionale Überzeugung: „Ich bin schlecht, falsch und beschämend.“
Gespräche vorab durchspielen und hinterher analysieren – „wenn dies, dann das“ – das System versucht, einen zu schützen, indem es sich darum bemüht, Ergebnisse vorhersehbarer zu machen.
Emotionale Flashbacks ohne visuelle Komponenten – große, überwältigende emotionale Reaktionen im Hier und Jetzt, die schwer für Betroffene und Außenstehende zuzuordnen sind.
Zeitblindheit – Minuten, Stunden oder sogar Tage im Trigger zu „verlieren.“ Schwierigkeiten damit, Zeitspannen realistisch einzuschätzen, Zeitabläufe wahrzunehmen und Aufgaben effizient zu planen gehört nicht nur zu der Diagnose ADHS.
Heftige Schreckreaktionen – selbst kleine „Überraschungsgeräusche” können eine starke körperliche Schreckreaktion auslösen. Eine hohe Empfindlichkeit gegenüber kakophonischen Geräuschen ist üblich.
Schwierigkeiten mit der Objektpermanenz in Beziehungen – Schwierigkeiten, darauf zu vertrauen, dass jemand uns gern hat, wenn er oder sie nicht in unmittelbarer Nähe ist.
Das Gefühl, dass man eher eine Rolle spielt, als tatsächlich eine Person zu sein – das Gefühl, sich grundlegend von anderen Menschen zu unterscheiden (ein Gefühl der Absonderheit, völliger Einsamkeit – die Überzeugung, dass kein anderer Mensch einen verstehen kann, etc.).
Sich nach sozialem Kontakt erschöpft fühlen – selbst im Umgang mit Menschen, die man lieb hat. Der Versuch, den Kontakt zu sich selbst und zu anderen gleichzeitig zu halten kostet viel Energie.
Nicht zu wissen, was man will oder braucht – selbst in Situationen ohne Druck, wie beispielsweise beim Bestellen im Restaurant oder bei der Entscheidung, was man in seiner Freizeit unternehmen möchte.
Erstarrungsreaktionen – es wirkt vielleicht wie Faulheit – ist aber eine Überlastung im Nervensystem.
Überempfindlichkeit gegenüber dem Tonfall anderer – beispielsweise die Interpretation einer neutralen „OK“-Antwort per SMS als „die Person ist sauer auf mich“.
Übertriebenes Verantwortungsgefühl für die Gefühle anderer – „Es ist meine Schuld, also muss ich es wieder in Ordnung bringen.“ / „Wenn du nicht OK bist, fühle ich mich nicht OK.“
Schwierigkeiten mit Veränderungen und Übergängen – selbst welche, die positiv behaftet sind, z.B. eine berufliche Beförderung oder ein Jobwechsel.
Traumasensibles & Körperorientiertes Coaching kann helfen.
Ich arbeite mit Grounding-Techniken, Achtsamkeit und körperlichem Bezug. Im Prozess lernst du mit emotionaler Dysregulation und emotionalen Flashbacks besser umzugehen, eine stärkende und stabilisierende Selbstfürsorge zu etablieren, und die Selbstwahrnehmung und Bewusstsein zu vertiefen.

