Das Ziel der traumasensiblen Achtsamkeit und Erdung liegt darin, Menschen dabei zu unterstützen, sich mit ihren körperlichen Empfindungen und Emotionen langsam und sanft anzufreunden. Diese Praktiken steigern die Selbstregulierung lindern die Auswirkungen von Traumaerfahrungen im Alltag, indem das Selbst und den Körper im Hier-und-Jetzt verankert werden.
In der Meditation und Erdung richten wir unsere Aufmerksamkeit gezielt und beständig auf den Körper und unsere innere Welt, wodurch wir auch unmittelbar mit den inneren Folgen des Traumas in Kontakt kommen und diese auflösen und integrieren können. Deshalb ist es hilfreich, eine Begleitung zu haben, mit der wir den Schmerz, dem wir begegnen, bewältigen können, ohne überwältigt zu werden oder die impliziten emotionalen Lernerfahrungen des Traumas zu verstärken: Nämlich dass wir ausgeliefert, machtlos und allein sind.
Das Zuhören und Beobachten unserer Emotionen ist an sich eine Achtsamkeitspraxis. Meditation ist ein Weg, der es unserem Körper ermöglicht, uns darüber zu informieren, was wir wirklich fühlen, und diese Gefühle mit Sänfte und Mitgefühl zu begegnen. Traumatischer Stress trennt uns von uns selbst: Wir verlassen den Körper, um das Trauma zu überleben, jedoch ist die Rückkehr in den Körper – den Sitz aller energetischen Zustände, die wir Emotionen nennen – die Rückkehr in unsere Ganzheit und Lebendigkeit als menschliches Wesen. Durch Achtsamkeit können wir lernen, uns wieder mit uns selbst und unseren Gefühlen zu verbinden und erkennen dabei, dass wir im Hier-und-Jetzt – im Gegensatz zu der Situation von Einst – sicher, frei und ganz sind.
Indem wir das Trauma neu definieren, als etwas, das in unserem Körper, unserem Geist und unserer Gefühlswelt als Folge von Ereignissen auftritt, die wir erlebt oder nicht erlebt haben, lernen wir uns von den alten Glaubensätzen zu lösen: Dass wir schlecht sind, es verdient haben und schuldig waren, etc. Wenn wir unsere inneren Erfahrungen achtsam beobachten, können wir körperliche, geistige und emotionale Schmerzen auf sichere und sanfte Weise loslassen.
Wenn wir lernen, uns auf unsere gesamte verkörperte Erfahrung des Lebendigseins einzustimmen – einschließlich unserer schwierigen Emotionen, ohne sie ändern zu wollen oder müssen – haben wir die Möglichkeit, dem Teil von uns, der sich allein, überfordert und machtlos gefühlt hat, das zu geben, was bisher gefehlt hat: Bedingungslose Freundlichkeit, Akzeptanz, Mitgefühl und Liebe. Die Praxis der Achtsamkeit und Selbstmitgefühl ist eine zutiefst heilende, transformative Arbeit.
